Nach der Schule bin ich gegen halb fünf wieder an der Sumiyoshi-Station. Von da an nutze ich meine restliche Freizeit für Besichtigungen, Ausflüge und Einkäufe. Ich habe die letzte Woche einfach mal zusammengefasst.

Montag – Kobe im Abendlicht

Montags bin ich gleich nach Hause gegangen um umzupacken und hab dort die Zeit bis zum Abend verbracht.

Gegen sechs Uhr bin ich dann wieder mit Kamera zur Shin-Kobe Station gegangen, um von dort die Seilbahn, die zu einem Aussichtspunkt führt, zu nehmen.
dsc_0155
Blick von oben auf die Stadt
Eine echt schöne Aussicht!

Danach war ich noch kurz einkaufen, heute gab es wieder ein fertiges Gericht. Daneben habe ich noch Baumkuchen und ein メロンパン (Melonenbrötchen) mitgenommen. Habe mich dann früh hingelegt, ein Fehler wie sich später herausstellte. Ich war von zwei Uhr bis fünf Uhr morgens wach.

Dienstag – いらっしゃいませ!

Diesmal bin ich nicht in Sannomiya ausgestiegen, sondern bin eine Station weiter bis Motomachi gefahren. Von dort bin ich zu einer großen Passage gelaufen, die sich parallel zu den Gleisen auf sieben Wohnblöcke ausstreckt. Es ist wieder verdammt viel los, man braucht viel Geduld, um vorwärts zu kommen.
dsc_0195
Auch hier sind mir wieder einige Leute in Kimonos aufgefallen. Diesmal habe ich auch Männer gesehen, die einen Yukata getragen haben.

Ich bin durch die ganze Passage gelaufen und kam danach ins Viertel Minato nähe des Hafens (Minato bedeutet zufälligerweise auch Hafen).
dsc_0197
Dort habe ich den dortigen Schrein besucht, den Minatogawa-Schrein. Auch ich habe zu der lokalen Gottheit gebetet, sie beschützt vor Unglück. Es ist wichtig, die Abfolge einzuhalten:

Die Glocke läuten, zwei Mal klatschen, zwei Mal verbeugen, im Stillen den Wunsch sprechen und zum Schluss noch einmal verbeugen.

Auf dem Rückweg bin ich wieder durch Motomachi zurückgelaufen, es schien jetzt sogar noch mehr los zu sein. Imbissstände säumen die Seiten und es spielten sogar einige Musiker.
dsc_0204
Unter anderem dieses Streichorchester

Die Stände versuchten alle auf ihre Weise, Kundschaft anzulocken. Ein Verkäufer war besonders ehrgeizig: Er schrie die ganze Zeit いらっしゃいませ! (Herzlich Willkommen!) und war kaum überhörbar.
dsc_0205
Ich habe mich dann wegen der langen Schlange aber doch für Yakisoba (gebratene Nudeln) entschieden. Nach der Stärkung bin ich dann zurück nach Hause, ich war mal wieder so erschöpft vom langen Laufen in der Hitze.

Im Nachhinein habe ich erfahren, dass der Trubel kein Zufall war, sondern zu einer Veranstaltung gehörte, die nur einmal im Jahr stattfindet. Da habe ich echt Glück gehabt.

Mittwoch – Halbzeitpause

Heute habe ich mich einfach mal auf die faule Haut gelegt. Ich muss ja nicht jeden Tag quer durch die Stadt touren. Stattdessen habe ich die nächsten Tage geplant und meinen Hiroshima-Ausflug am Wochenende vorbereitet. Und Wäsche gewaschen habe ich auch noch.

Donnerstag – かみさま おねがい!

Heute habe ich mich nach der Schulzeit von Sannomiya aus zum Ikuta-Schrein aufgemacht. Dieser Schrein ist der Bekannteste unter allen in Kobe und wird in jedem Reiseführer erwähnt. Die hier verehrte Gottheit ist für lange Liebesbeziehungen zuständig.
dsc_0285
Ich habe sogar eine みこ (Schreinmädchen) gesehen!

Abends habe ich wieder einen neuen Mitbewohner getroffen. Er kommt aus Malaysia und bleibt auch für längere Zeit hier. Seine Kochkünste sind überwältigend! Das, was er als letztes gekocht hat, sah und roch echt gut.

Freitag – Ein Ausblick, ein Vermögen wert

Frau Ikawa, meine Stadtführerin, hat mich netterweise Freitag abends zum Essen eingeladen. Sie hat mich am Bahnhof abgeholt und sind dann zu ihr gefahren. Auch ihre Tochter Sakura war da und so aßen wir zusammen.
dsc_5196
Es gab einen Aal-ähnlichen Fisch mit Reis und Ei, dazu gebratene Hühnerfleisch-Bällchen und Edamame.

とても おいしかった! (Sehr lecker!)

Danach sind wir mit dem Auto auf den Rokko-san (六甲山) hochgefahren. Er ist mit rund 900 Metern der höchste Berg in der Region und der Ausblick von den drei Aussichtspunkten soll 1 Million Yen wert sein.
dsc_5256
dsc_5233
Das ist nur leicht übertrieben, die Aussicht war wirklich überwältigend. Leider hatte ich das Stativ vergessen, also versuchte ich mit Stütze ein paar Langzeitbelichtungen hinzubekommen. Leider sind mir nicht alle gelungen, aber einige sind trotzdem schön geworden.

Am Wochenende geht es dann nach Hiroshima für zwei Tage. Ich bin gespannt und freue mich schon sehr darauf. Am Samstag wird es im Hafen ein Feuerwerk geben. Das will ich mir ansehen.

Meine Freizeit
Tagged on: