Dieses Wochenende nahm ich mir den ersten richtigen Urlaub in diesem Kalenderjahr, es ging ins schöne eisige Wien! Gemeinsam mit meiner besten Freundin besuchte ich die Österreichische Hauptstadt für ein Wochenende.

Wir fanden ein preiswertes Kombiangebot, das Hin- und Rückflug von Frankfurt sowie ein vorzügliches Hotel in zentraler Lage beinhaltete. So entschied ich, den Umweg über Deutschland einzugehen, obwohl die direkte Route vermutlich kürzer gewesen wäre.
Freitag um halb 7 (morgens) trafen wir uns am Bahnhof und erreichten den Flughafen kurze Zeit später. Alles lief reibungslos und bald befanden wir uns hoch über den Wolken auf dem Weg nach Osten.

Wien hat ein verwirrendes Netz von U-Bahnen und Trams, aber dank der perfekten Vorbereitung meiner Begleiterin fanden wir rasch unser Hotel. Von dort steuerten wir direkt in die Altstadt, um uns „alte Gebäude“ und süsse Versuchungen anzuschauen beziehungsweise einzuverleiben.


Das Wetter hat uns etwas aus den Socken gehauen, es war ungelogen -10 °C kalt und dazu blies oft genug ein böiger Wind. Umso grösser war die Verlockung daher, in ein Café zu flüchten, sich mit Kaffee zu wärmen und an Sachertorte zu erfreuen.

Auch das berühmte Riesenrad musste besichtigt werden. Der umgebende Vergnügungspark wirkte wie verlassen und auch waren wir fast allein auf dem Rad. Zwischendurch hatten wir einen schönen Blick über grosse Teile Wiens, obwohl uns das Wetter den vollen Durchblick verwehrte.


Nach einem langen Marsch kehrten wir in ein sehr rustikales Restaurant etwas ausserhalb der Altstadt ein. Wir kamen sehr spät, trotzdem wurden wir freundlich und reichhaltig bedient – zwei tellerfüllende Wiener Schnitzel liessen an meinem Appetit zweifeln, aber verschwanden trotzdem einige Zeit später auf wundersame Weise. Gegenüber feierte eine Gruppe Studenten ihr verdientes Wochenende.

Den ganzen Abend sind uns die Polizeikontrollen und Absperrungen an allen Ecken aufgefallen, nun fanden wir auch heraus, was der Trubel zu bedeuten hatte. Ausgerechnet an diesem Abend fand der Akademikerball, oder verständlicher Demonstration der Burschenschaften, statt. Die rosa Farbe, die sich überall zu unseren Füssen fand, war nicht die einzige Auffälligkeit an diesem Abend.
Akademikerball

Am nächsten Tag ging es ebenso früh raus, um den Naschmarkt zu besuchen. Unzählige Gewürz-, Gemüse- und Süssigkeitenhändler reihten sich aneinander, reichten der Laufkundschaft Kostproben und verhandelten über den Verkaufspreis. Mein Mitbringsel von diesem Urlaub sollten nicht etwa Mozartkugeln, sondern ein reichlich gefüllter Gewürzschrank sein.

Am Abend besuchten wir noch das Schloss Belvedere, oder besser, schauten es uns von aussen an.

Danach trafen wir meine vor Ort lebende Cousine und gingen in ein modernes Stück im Akademietheater. Nicht nur der Ballpool und der Düsenjet als Requisite brachten viel Stimmung auf, der reich gesäte Dialogwitz und das interessante Skript machten das Stück kurzweilig und erinnerungswert.

Am letzten der drei Tage besuchten wir noch die Residenzen der Habsburger, die Hofburg und Schloss Schönbrunn – „Das Schönste zum Schluss“ könnte man sagen. Das Wetter wollte uns bis zum Ende auf die Probe stellen, die Thermometer erreichten bei wolkigem Himmel -8 °C.

Nachmittags machten wir uns auf dem Weg zum Flughafen. Inzwischen begann es auch langsam zu schneien, ein schönes Abschiedsgeschenk fanden wir.

Die Rückfahrt dagegen war hitzig ohne Ende. Lange standen wir auf dem Rollfeld, um enteist zu werden. So etwas habe ich noch nie miterlebt. Ein spezieller Wagen, liebevoll „Snow Man 6“ genannt, blies heissen Wasserdampf auf Flügel und Triebwerke. Mit zwanzig Minuten Verspätung hoben wir schliesslich gen Westen ab.
Ich plante, direkt in den Zug umzusteigen, um noch Sonntagnacht in meinem eigenen Bett liegen zu können. Durch die Verspätung wurde die ohnehin schon knapp bemessene Zeit zum Countdown. Wir wurden ausserhalb auf einem Flughafenparkplatz abgesetzt und per Bus zum Gate gefahren, von dort hatte ich noch 12 – in Worten zwölf – Minuten, bis der Zug abfahren würde. Selbstredend war die Deutsche Bahn dieses eine Mal pünktlich.

Der Weg von Terminal 2 bis zum Fernbahnhof ist nochmal ein deutliches Stück weiter als vom ersten Terminal, was die Sache auch nicht besser machte. Ich stellte trotzdem meine Ausdauer und meine geplagten Füsse auf die Probe – mit Gepäck versteht sich.
So ging es dann im Dauerlauf zu den Gepäckbändern, durch die Ankunftshalle, in den obersten Stock zum Magnetschwebezug nach Terminal 1. Drüben angelangt ging es wieder abwärts, zum Regionalbahnhof bis ich endlich den Fernbahnhof erreichte. Normalerweise plant man für die Strecke eine halbe Stunde ohne Wartezeit auf Gepäck ein. Um es nicht noch weiter zu dramatisieren, ich erwischte sehr knapp den Zug nach Basel und kam um 1 Uhr in Zürich an – was für eine Reise!

Im Wienterwunderland
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