Mein erster Ausflug von Tokyo aus ging zum Fuji-san und dem Nationalpark von Hakone.

Diesmal entschied ich mich wieder für ein Reisepaket von JTB. Drin waren zwei Tage:
Am ersten Tag ein Ausflug zum Fuji-san und Hakone in einer Reisegruppe, eine Übernachtung im Hotel und am zweiten Tag Hakone alleine. Dazu gibt es kostenlosen Transport in Hakone und ein Shinkansen-Ticket zurück nach Tokyo.

Kein Schnee, nur Dampf – Hauptsache H2O

Morgens fuhr ich mit der Yamanote-Linie zum Treffpunkt in der Nähe des Hauptbahnhofs. Dort stieg ich in einen der drei Busse und fuhr mit meinem Reiseleiter und rund 25 weiteren Touristen los. Mein Bus bestand nur aus nicht-Japanern, der Führer sprach fließend Englisch.

Ich sagte, nicht-Japaner, aber es waren viele Asiaten anderer Länder in meiner Gruppe. Wo genau sie herkamen, fand ich fürs Erste nicht heraus. Weder die Sprache, noch das Aussehen konnte ich zuordnen. Chinesen waren es zumindest nicht. Später fand ich heraus, dass zumindest eine Familie von den Philippinen angereist war.

Die Busfahrt bis zum ersten Stop dauerte knapp zwei Stunden. Unterwegs wies uns unser Führer auf eine futuristisch aussehende Bahnstrecke hin, die über die Autobahn führte und in einem Tunnel verschwand. Hier wird eine neue Magnetschwebebahn getestet, die im Jahr 2027 Tokyo mit Nagoya verbinden wird. Die Spitzengeschwindigkeit soll 500km/h betragen – alle Achtung. Da kommen nicht mal der Nozomi und der Hayabusa mit.

Den ersten Halt machten wir am Fuji Besucherzentrum. Dort konnte man den Fuji-san von weitem bereits sehen.
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Von dort ging es bergauf zu einer der fünften Stationen. Der Aufstieg zum Fuji-san ist auf mehreren Routen möglich und ist in zehn Etappen aufgeteilt. Deswegen gibt es mehrere fünfte Stationen. Wir besuchten die nördliche.

Auf 2300 von 3700 Metern waren wir bereits auf der Höhe der Wolken, deswegen sah man erstaunlich wenig, weder den Gipfel, noch das Tal.

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So schien es zumindest. Auf der anderen Seite war klare Sicht.

Aber wen interessiert die Aussicht schon, wenn er stattdessen einen Shinto-Schrein besichtigen kann?
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Die Meisten beginnen ihren Aufstieg hier, die ganz Taffen fangen aber ganz unten an. Sie können sich in einer der Hütten einmieten und sich erholen.
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In einem der Souvenirshops schenkte man mir ein Glöckchen als Glücksbringer. Das machte ich gleich an meinem Smartphone fest, so dass es nun immer klingelte, wenn ich mich bewegte.

Ich bin großer Fan von Maccha-Süßspeisen, dazu zähle ich nur das Maccha-Eis, sondern auch die überaus leckere Maccha-Schokolade von Kitkat.

Kitkat? Die machen doch nur Schokoriegel?!

Nicht Kitkat Japan. Sie bieten einige regionale Sorten in Japan an. Dazu zählen unter anderem Kobe-Pudding (von der ich mir auch eine ganze Packung gekauft habe) und Maccha-Schokolade. Bisher musste ich mir immer welche teuer importieren.

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Da stand nun aber ein ganzer Stapel davon. Natürlich nahm ich mir eine Schachtel mit. Nur fiel mir dabei auf, dass ich vergessen hatte, mein Geld aufzufüllen. Jetzt hatte ich nur noch 1000 Yen, also 10 €. Yeah.

Weiter ging es zu einem Hotel am Fuß des Berges, wo wir Mittag aßen. Dort unterhielt ich mich mit der Familie von den Philippinen.

Danach ging es durch Hakone. Der Ashi-See zusammen mit dem Fuji-san im Hintergrund gibt ein schönes Postkartenmotiv, das man überall kaufen kann. Nur war der Berg gerade von Wolken verdeckt – schade.

Wir fuhren mit einer Seilbahn ein Stück aufwärts nach Owakudani. Dort brodelte es und Schwefeldämpfe trieten aus der Erde aus. Lokale Spezialität sind die in den Dämpfen gekochten schwarzen Eier.
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Sie sollen gesund sein und das Leben verlängern. Das es wirken muss, sieht man an der Lebenserwartung Japans und so kaufte ich mir auch welche.

Wieder am See fuhren wir mit einem Schiff über den See.
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Wir sind in Japan, wir sind Touristen. Wen überrascht dann noch, dass das Schiff wie ein Piratenschiff aussieht?

Auf der anderen Seite wurden wir wieder aufgepickt und fuhren zu dem Hotel, in dem ich übernachten würde.

Bis zum Abendessen war noch Zeit und so ging ich vorher, jetzt zum dritten Mal, in dem hoteleigenen Onsen baden. Es wird nicht langweilig und es tut immer noch richtig gut. Auch dieses Onsen hatte ein Außenbecken, was es noch einmal besser macht.

Zu Abend aß ich im japanischen Restaurant, das französische war unbezahlbar und ich bin schließlich nicht hier, um europäische Küche zu essen. Es gab Tenpura, Sushi und eine Misosuppe.

Unterwegs in Tokyo III

Gefrühstückt habe ich diesmal mit Buffet. Man hatte große Auswahl zwischen westlicher und östlicher Speisen. So begann ich mit einer Miso-Suppe und einer Schale Reis und fuhr mit Schokohörnchen und Eiern fort.

Danach checkte ich aus und machte mich auf den Weg. Mit dem “Hakone Free Pass” konnte ich die meisten Transportmittel kostenfrei benutzen. So nahm ich einen Bus, um nochmal zum Ashi-See zu fahren. Dort liegt ein Schrein, dessen Torii ich gestern vom Schiff gesehen hatte.

Um zum Schrein gelangen, musste man ein Stück durch den Wald gehen. Es war ziemlich ruhig, man hörte nur das Rauschen der Wellen und das Zirpen der Zikaden. Die Touristen habe ich gekonnt ausgeblendet. Mein Glöckchen klimperte bei jedem Schritt und passte gut in die Atmosphäre.
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Wusstet ihr, dass Hakone die Vorlage für Tokyo III aus dem Anime Evangelion bot? Diese Getränkeautomaten erinnern daran.
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Ich folgte dem Weg des Sees ein Stück weiter, bis ich auf einen Garten stoß.In einem Teich machte ich ein schönes Foto, dass man auch als die Globalisierung auffassen könnte – oder einfach als Koi und eine Ente.
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Zurück am Bootsanleger fuhr ich mit dem selben Piratenschiff auf die andere Seite des Sees.
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Dort nahm ich auch wieder die gleiche Seilbahn, stieg aber diesmal am Gipfel um, um nach Gora zu kommen.

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Von der Gondel aus konnte ich die Überreste des großen 大-Kanjis sehen. Vor rund einer Woche wurden die Pflanzen auf diesem Berg gezielt in Brand gesetzt, um das Kanji in Feuer aufleuchten zu lassen.

Als nächstes fuhr ich mit der Bergbahn Richtung Gora weiter. Auf der halben Strecke stieg ich aus, um mir den Gora Garten anzusehen.
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Innerhalb des Geländes befand sich ein Haus, in dem Besucher das Handwerk der Keramik und Glasbläserkunst ansehen und auch ausprobieren konnten.
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Von Gora fuhr ich mit einem lokalen Zug zur nächsten Shinkansen-Haltestelle und fuhr dann mit dem Kodama zurück nach Tokyo. Dort nahm ich die Chuo-Linie, die über Shinjuku fuhr. Es war rappelvoll, es war schließlich werktags und dazu Feierabend.

In Shinjuku stieg ich aus und suchte mir etwas zu Abend. Die 1000 Yen hatte ich bis dahin nicht ausgegeben und konnte mir so etwas Anständiges zu Essen bestellen. Meine Wahl fiel auf Niku Udon – dicke Nudeln, die mit Fleischscheiben in einer Brühe schwimmen.

Gestärkt lief ich noch etwas durch Shinjuku und fuhr dann nach Ikebukuro zurück.

Fuji-san und Tokyo III
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