Am 11. März 2011 ereignete sich eine Verkettung von Ereignissen, deren Auswirkungen bis heute sichtbar sind. Damit meine ich nicht einmal nur die primären Auswirkungen des Tsunami oder die Havarierung des Atomkraftwerks in Fukushima, sondern auch den Einfluss, den es auf die japanische Bevölkerung genommen hat. Es kam zu einem Umdenken.

Zumindest bei manchen. Während in Deutschland das Ende der AKWs beschlossen wurde, beharrt Premierminister Abe weiterhin auf die Atomkraft. Die Situation, betreffend des auslaufenden Reaktorwassers hat sich nicht verbessert, wie ich immer wieder aus verschiedenen Richtungen gehört habe. Täglich fliessen unzählige Kubikmeter ins Meer.

Die Radioaktivität klingt dennoch auch im Sperrgebiet ab und Lebensmittel dürfen wieder exportiert werden. Aber wer möchte jetzt noch eine Wohnung oder Lebensmittel aus der Region? Ein weiterer Faktor, der zur Landflucht beiträgt.

Am Halbwertszeit Festival in Zürich erhielt ich neue Einsichten von einem Professor aus Tokyo, der sich selbst ausführlich mit diesem Thema im Rahmen eines Dokumentarfilms und einer Diskussionsrunde auseinander gesetzt hat.

Froh bin ich um das Zeichen, das Thomas Köhler letztes Jahr gesetzt hat. Erneut begab er sich auf sich allein gestellt nach Japan und legte eine immense Strecke durch Tohoku mit dem Velo zurück. Nachtrag: Thomas hat ein Video über seiner Reise durch Tohoku veröffentlicht.

Die Region erholt sich langsam von den Ereignissen. Aber es wird nie mehr so sein, wie zuvor.

Vier Jahre Erdbeben, Tsunami und Radioaktivität
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