Letzte Woche besuchte ich die Japan Expo, die grösste Japanmesse Europas. Ich war letztes Jahr bereits dort und auch diesmal habe ich mich bestens amüsiert. Zum Jubiläum wurde die Veranstaltung auf fünf Tage verlängert, so dass ich eine ganze Woche in Paris war.

Unterwegs war ich praktisch die ganze Zeit mit drei Schweizer Freunden von mir, wobei auch einige andere Eidgenossen und Deutsche vor Ort waren, die ich kannte.

Anreise
Nach meinem Desaster mit der SNCF im April auf dem Rückweg von Paris (Zug verpasst, weil ich das Gleis nicht fand + neues Ticket + unterwegs gestrandet + Schlechtes Wetter und Fieber = Elend) habe ich mich diesmal wieder für einen bequemen Flug entschieden. Es lief alles unproblematisch und mein Zürcher Kollege und ich waren in Windeseile am Flughafen. Wir überflogen sogar die Stadt.

Angekommen im Norden von Paris, abseits der Innenstadt, liegt das Messegelände der Stadt und auch unser Hotel war in wenigen Gehminuten von dort zu erreichen. Praktisch war sicher die Nähe, dafür mussten wir auf manche Annehmlichkeiten verzichten, so zum Beispiel eine stabile Internetverbindung und abschliessbare Nasszellen!

Frei und überall verfügbar? Im Traum!

Am nächsten Tag holten wir noch die beiden anderen am Gare de Lyon ab.

Eine andere Gruppe Schweizer aus dem Raum Zürich haben wir auf dem Rückweg auch noch getroffen und schnell mal ein Gruppenbild gemacht.

Die Schlangen nahmen auch dieses Jahr wieder astronomische Längen an, deswegen waren wir erst recht froh, wieder Premiumtickets mit diversen Vergünstigungen gekauft zu haben.

Das Messegelände ist einfach gigantisch, obwohl nicht mal alle Hallen benutzt wurden. Leider passten sich die Besucherzahlen auch dementsprechend an, so dass es vor allem am Wochenende voll, eng und heiss wurde.

Grossen Dank möchte ich dem Team von Figuya aussprechen. Sie hatten dieses Mal auch einen Stand und verkauften fleissig Figuren. Wir durften uns bei ihnen Backstage umziehen und das Gepäck aufbewahren, das hat uns einige Mühe erspart. Danke nochmal!

Vor Ort
Es gab eine grosse Anzahl von sehr interessanten Ausstellern. Es gab reichlich viel zu bestaunen von traditionell japanisch bis moderne Popkultur.

Dieser japanische Künstler beklebt Fahrzeuge mit Spezialfolie und dekoriert sonst eintönig wirkende Autos. Zudem verzierte er mitgebrachte Smartphones und Konsolen der Besucher nach Wunsch. Ist auf jeden Fall ein Hingucker.

AOJI bringt Illustrationen von japanischen Künstlern nach Europa. Die hervorragende Druckqualität und die Wertigkeit der Leinwände, sowie die Vermarktung in Kooperation mit den Illustratoren heben diesen Stand klar von der Konkurrenz ab, entsprechend hoch dafür aber auch der Preis. Ich habe in meiner Wohnung das gleiche mit eigenen Fotos gemacht.

Auch der Figurenhersteller Good Smile Company (GSC) ist wieder vor Ort gewesen. Diesmal habe ich mir nichts vor Ort gekauft, aber demnächst kommt eine Bestellung aus ihrem Hause bei mir an. Ich hatte auch das grosse Vergnügen Kahotan (JP) und Mamitan (FR) kennenzulernen, zwei Mitarbeiter der Firma.

Ein anderer Stand verkaufte Sakura-Kirschbäume für daheim, nach einiger Zeit fangen sie an zu blühen. Auch wurde viel Süsskram aus Japan verkauft. Ich habe mich gleich mal wieder gut mit Matcha-Kitkat eingedeckt.

Es gab natürlich auch Stände über Regionen in Japan. Ich habe mich eine Weile mit Leuten aus Fukushima über meine Reisepläne unterhalten und mich über das aktuelle Geschehen informiert. Es gab sogar einen Stand über Kobe-Beef! Leider waren die Leute vor Ort nicht sehr gesprächig. Auch VOCALOID hatte einen grösseren Stand und es gab eine Hatsune Miku Figur in Lebensgrösse zu bestaunen.

Auch von den Ehrengästen gab es viel zu bieten. Während das weibliche Publikum Schlange stand, um den japanischen Cosplayer Kaname zu treffen, erlebte ich Kalafina live in der Konzerthalle.

http://www.youtube.com/watch?v=5G3xiNAanss

Leider hat nicht alles geklappt. Trotz Schlange stehen konnte ich weder von Kalafina noch von Yanagi Nagi ein Autogramm erhalten. Das Konzert wurde von letzterer sogar spontan verschoben, so dass ich es verpasste. Etwas schade und gleichzeitig engstirnig wie ich finde.

Es gab auch viele Cosplayer vor Ort, dazu auffällig viel von Kantai Collection.

Ab nach Paris
Samstag besuchten wir schliesslich Paris. Wir besuchten einen Kollegen aus Paris und machten zusammen Okonomiyaki. Sie sind echt gut gelungen und ich habe viel dazu gelernt, wie man sie zubereitet. Für den Pool war es leider zu kalt aber die Zeit verflog trotzdem wie im Fluge.

Alle wollen uns umbringen!

Zum Abendessen sind wir ins japanische Viertel in der Nähe der Oper gezogen. Wir besuchten ein Ramen-Restaurant, das ich im April entdeckt hatte. Leider wurde es schnell spät, aber zum Eiffelturm musste es noch reichen, da noch nicht alle schon einmal unter ihm standen. Es sollte noch Verbindungen bis halb zwei geben, das sollte also noch reichen. Denkste.

Um Punkt Mitternacht kehrten wir jenseits der Seine aus dem Untergrund hervor und der Eiffelturm begrüsste uns mit einer einem Blitzlichtgewitter ähnelnder Beleuchtung.

Frankreich ist schon ein komisches Land. Hier scheint es nichts ungewöhnliches zu sein, dass am Wochenende alle Züge um 1 Uhr still stehen, aber um 2 Uhr noch Gemüsehändler geöffnet haben. Weil es seit Tagen keinen Salat, geschweige denn gesundes Essen generell gab, führten wir sogleich einen Freudentanz auf.

Die Züge fuhren also nicht, deswegen nahmen wir uns ein Taxi und fuhren in einer Dreiviertelstunde zurück zu unserem Hotel. Um halb drei fielen wir sofort ins Bett. Nur zu blöd, dass es um sieben wieder weiter ging.

Sonntag Mittag brachten wir die beiden zurück zum Bahnhof. Diesmal wussten wir sofort, wo wir hinmussten und sie erreichten den Zug ohne Probleme.

Wir zwei Verbliebenen machten uns nochmal zur Expo auf und kehrten am Abend nochmal ins japanische Viertel ein, wo wir zur Abwechslung thailändisch gegessen haben.

Montag Morgen ging es dann mit einer SWISS Maschine zurück nach Zürich.


Die Woche war grossartig, es gab viel zu entdecken und man hat viele interessante Leute getroffen. Ich bedanke mich bei allen Beteiligten und freue mich schon sehr auf nächstes Jahr.

Japan Expo 2014
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